Eisrettungsübung
Beim Wehrdienst am 2. Februar wurde aufgrund der Witterung ein Sonderdienst Eisrettung durchgeführt. Nur noch selten ergibt sich die Möglichkeit, so ein Szenario zu trainieren. Glücklicherweise zählen solche Einsätze auch zur absoluten Ausnahme in unserem Einsatzgebiet. Um dennoch im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein, wurden mehrere Stationen mit unterschiedlichen Rettungsmethoden vorbereitet. Um realitätsnah auszubilden, wurden Löcher in das Eis gesägt worin dann Mitglieder der Wehr gesichert und im Überlebensanzug befanden. Während die erste Gruppe das Schlauchboot vom HLF zum Einsatz brachte, wurde an anderer Stelle der Einsatz von Schleifkorbtrage und einem Steckleiterteil geprobt. Ein Helfer bewegte sich mit beiden Rettungsmittel langsam in Richtung des zu rettenden, nachdem diesem bereits Rettungsmittel wie Rettungsring oder Wurfleine zugeworfen wurden. Alle Geräte und der Retter waren je mit einer Leine gesichert. Zusätzlich wurden Rettungsweste getragen um bei einem einbrechen nicht selbst in Lebensgefahr zu geraten. Dem verunfallten wurde dann das Rettungsbrett ins Wasser gereicht, mit Unterstützung des Retters und Leinenverbindung von Land wurde ein Kippmoment erzeugt, welcher den Verletzten auf das Brett beförderte. Mühsam für einen Helfer, sodass wir das gleiche Vorgehen auch mit 2 Helfen und mehreren Steckleiterteilen probierten.
Auch der Einsatz des Schlauchbootes zeigte seine Herausforderung, denn durch die Eisschicht, gibt es einen großen Höhenunterschied zwischen Wasserkante und Oberkante des Bootes. Der zu Rettende muss über eine große Wulst gehoben und ins Boot befördert werden. Der Vorteil ist jedoch deutlich, ist das Eis nicht mehr ausreichen Tragfähig, so ist die Besatz des Bootes gegenüber Steckleiterteilen dennoch in Sicherheit.
Schließlich wurde noch eine „Crash-Rettung“ geprobt, welche sich als Favorisierte, jedoch nicht immer mögliche Lösung zeigte. Da anzunehmen ist, das sich die Person bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits 10 Minuten oder länger im eiskalten Wasser befindet muss mit einer schweren Unterkühlung und Vigilanzminderung gerechnet werden. Der unverzügliche Einsatz nach dem Eintreffen ist also vorzusehen. Man kann davon ausgehen, dass das Eis bis zur Einbruchstelle tragfähig war, sodass ein Retter, ausgerüstet mit Überlebensanzug und an der Leine Gesichert sofort nach Ankunft die Eisfläche betritt und ohne weitere Hilfsmittel zum verunfallten Eilt. Dort angekommen setzt er sich an die Abbruchkante und zieht den Patienten auf seinen Bauch und greift ihn fest. Auf Kommando des Retter „ZIEH!“ wird der Retter auf dem Rücken liegend und damit gewichtsverteilt samt verunfallten, welche auf dem Bauch und den Beinen des Retter liegt in Richtung Land gezogen. – Dies darf jedoch nicht die alleinige Rettungsoption bleiben, da sie die Risiken des Einbrechens birgt. Gleichzeitig wird an Land ein weiteres Rettungsmittel wie Schlauchboot, Schleifkorbtrage oder Steckleiterteile vorbereitet.
Durch einen Notfallsanitäter wurde den Teilnehmern außerdem der Richtige Umgang mit unterkühlten erklärt und worauf nach der erfolgten Rettung zu achten ist. Insgesamt war es ein sehr kalter, aber umso informativer Dienst für die Mitglieder der Wehr.
Fotos: Feuerwehr Lauenburg & Timo Jann
















