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Falsche Presse über die Feuerwehr Lauenburg

von LSTIn aktuelles9 Dezember 2019

Kürzlich kam es in der Zeitung „Lübecker Nachrichten“ zu einer Schlagzeile über welche die Mitglieder der Feuerwehr Lauenburg nur den Kopf schütteln konnten. Offensichtlich unzureichend und einseitig recherchierte der Reporter Holger Marohn zu einer Neubeschaffung eines Bootes für die Ölwehr des Kreises. Wie bekannt, ist eine Einheit der Ölwehr bei der Lauenburger Feuerwehr angesiedelt. Da ein Arbeitsboot (Ölwehr 22) in einem Gutachten als nicht mehr Dienstfähig eingestuft wurde, muss eine zeitgemäße Alternative beschafft werden. In einem Artikel vom 5. Dezember berichten die Lübecker Nachrichten negativ über die Ausarbeitung der Lauenburger Feuerwehr. Bericht der LN Dazu folgt heute eine Richtigstellung der Gemeindewehrführung: Richtigstellung zum Artikel der LN vom 05.12.2019 zur Ersatzbeschaffung eines Ölwehrboots durch den Kreis Herzogtum Lauenburg. Sehr geehrter Herr Hannes, (Lokalredaktion) ich äußere mich normalerweise nicht über Vertragspartner in bzw. über die Presse, sondern halte es von Vorteil, direkt bei Fragen und Problemen in Kontakt zu treten. Leider muss ich zu Ihrem o.g. Artikel von Herrn Marohn, zum wiederholten Male eine schlechte bzw. einseitige Recherche feststellen. Da Herr Marohn auf unserer Homepage vom Einsatz 135 spricht, hat seine Recherche bereits merkwürdigerweise am 25.10.2019 begonnen. Leider hat Herr Marohn es nicht vor Veröffentlichung des Artikels für nötig gehalten, mit uns in Kontakt zu treten. Daher bitte ich die falsch dargestellten Fakten und Punkte zwingend zu korrigieren und klarzustellen. Ich gehe davon aus, dass dies zeitnah geschieht. Parallel werden wir die Richtigstellung auf unserer Homepage und ggf. anderen Medien veranlassen. Ich bitte um Richtigstellung der folgenden Punkte: 1. Es wurde von Herrn Marohn das völlig falsche Boot incl. der Leistungsdaten und Kosten dargestellt. Das von uns begründete und notwendige Boot, kostet 104.603,00 € incl. Trailer und ist mit einem Tiefgang von 40 cm in unserem Einsatzgebiet nutzbar. Zusätzlich haben wir aufgrund der geringen Slip Möglichkeiten am Elbe-Lübeck- Kanal unser Boot über den Kran unserer Drehleiter im Oberwasser der Schleuse in Lauenburg bei Bedarf zu Wasser zu bringen. Es handelt sich hier nicht um ein Luxusboot, sondern den zeitgemäßen Aufgaben entsprechendes Boot (Arbeitsgerät) mit hoher Arbeitssicherheit „DIN 14961, Boote für die Feuerwehr“ für die ehrenamtlichen Aufgaben bei der Ölwehr. Bundesweit sind diese Boote bei Feuerwehren und dem THW mit sehr guten Erfahrungen im Einsatz. So hat zum Beispiel die Berliner Feuerwehr bereits nach 5 Jahren Nutzungsdauer, 3 Boote gegen diesen Typ vorzeitig ausgetauscht. Bei diesem kurzen Typ des Bootes, ist es bei dem THW in Magdeburg zu einem Bootsunfall auf der Elbe gekommen, bei dem Kameraden des THW tödlich verunglückt sind. Dazu gibt es umfangreiche Untersuchungen von 2 verschiedenen Schiffversuchsanstalten (eine ist die HSVA). Deshalb wurde das Angebot für ein längeres Boot angefordert, um die aus langjährigen nautischen Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, damit sich diese wie oben beschriebene Situation möglichst nicht wiederholt. Ebenfalls wurde nicht erwähnt, dass wir zur Abarbeitung von Einsätzen auf die Barkasse der Hitzler Werft aufgrund von Untermotorisierung zurückgreifen mussten. 2. Es steht auch kein Ärger mit der Feuerwehr Lauenburg ins Haus. Es handelt sich hier um eine geplante Ersatzbeschaffung, da gemäß einem unabhängigen Gutachten das 36 Jahre alte Arbeitsboot TX 440 S der Ölwehr nicht mehr unter den Einsatz- und Arbeitsbedingungen genutzt werden darf. Es gab hierzu über 2 Jahre zahlreiche Arbeitsgespräche und Schriftverkehr mit den verantwortlichen des Fachdienstes für Wasserwirtschaft des Kreises. Das Gutachten, Angebote und Begründungen liegen hier im Detail vor. Ebenfalls wurde in dem Artikel nicht erwähnt, dass das erforderliche Boot, ebenfalls das in die Jahre gekommene Arbeitsboot Elbe 1 ersetzten soll. Für mich als verantwortlichen Ehrenbeamter meiner Kameradinnen und Kameraden steht die Sicherheit bei Einsätzen in Vordergrund und an oberster Stelle, die mit dem jetzigen und vorhandenen Arbeitsgerät nicht mehr sichergestellt ist. Ebenfalls liegen dem Kreis seit dem 11.12.2012 ein Protokoll zur Begutachtung der Ölwehr mit Handlungsempfehlungen zu zeitgemäßen Gerätschaften vor. Hier wurde bis jetzt nichts umgesetzt. Wir sprechen hier auch nicht nur von Öl, sondern gefährlichen Stoffen die sich auf dem Wasser befinden können. Hier ist ggf. PSA und umluftunabhängiges Atemschutzgerät sowie Absturzsicherung zu tragen. 3. Auf die Verwendung von Gelder der Steuerzahler und zweckdienlichen Beschaffungen seitens der Politik gehe ich gerne ein. Die Feuerwehr Lauenburg hat die erste Ersatzinvestition seit der Übernahme der Ölwehr im Jahre 1994 jetzt an den Kreis gestellt, indem ein neues Boot beschafft werden soll. Wir haben hier eine Aufgabe des Kreises freiwillig übernommen und in der Vergangenheit immer wieder Gelder bzw. Spenden durch unseren persönlichen Einsatz ermöglicht um Steuergelder einzusparen. So wurde im Jahre 2008 die notwendige und zweckdienliche Ersatzbeschaffung des defekten Außenbordmotors vom Arbeitsboot TX 440 S durch den Kreis nicht beschafft. Dies wurde durch eine Spende auf Initiative der Feuerwehr Lauenburg von ca. 6000,00 € realisiert. Ebenfalls wurde wie im Artikel richtigerweise dargestellt, ein Gerätewagen auf Initiative der Feuerwehr Lauenburg als Ersatzbeschaffung für die defekten Anhänger zum Transport der Gerätschaften durch einen ortsansässigen Industriebetrieb gespendet. Bei den aktuell laufenden Fixkosten muss nur der Liegeplatz für das Arbeitsboot Elbe 1 von ca. 1.071,00 € im Hafen und TÜV Prüfungen gezahlt werden. Zugfahrzeug und andere notwendige Fahrzeuge und Gerätschaften werden von der Freiwilligen Feuerwehr und Stadt Lauenburg zur Verfügung gestellt. Ebenfalls werden für die diversen Übungen und Einsätze ohne Feststellung des Verursachers keine Personal- und Betriebskosten an den Kreis berechnet. 4. Zur Übernahme der Ölwehr durch andere Hilfeleistungsorganisationen und mögliche Refinanziergungmöglichkeiten wie im Artikel beschrieben, werde ich mich nicht öffentlich äußern. Das gehört sich innerhalb der Blaulichtfamilie und Ehrenämtern nicht. Hier ist der Verantwortliche nur gut beraten, die Leistungsfähigkeit bis ins Detail mit einer umfangreichen Qualifizierungsmatrix zu erstellen. Die Feuerwehr Lauenburg hat in 25 Jahren ein großes Knowhow auf diesem Gebiet erlangt und ist zu 100% bei jeder Alarmierung ohne Rüstzeit zur Stelle. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit jährlichen Übungen eingespielt und auf einem sehr hohen Niveau. Die nächsten Einsätze und Herausforderungen stehen vor der Tür, von denen die LN mit Sicherheit ausführlich berichten wird. 5. Schlussbemerkung: Ich finde es sehr traurig und beschämend, wie mit dem Ehrenamt umgegangen wird. Für mich gibt es hier auch nur eine Antwort, warum nicht der direkte Kontakt gesucht wurde. Ich gehe auch davon aus, das nicht jedem Entscheidungsträger die kompletten Unterlagen zur Verfügung standen. Daher muss man sich nicht wundern, wenn immer weniger Bürgerinnen und Bürger bereit sind, eine ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen. Hier helfen auch keine Grußworte und leere Versprechungen sowie Danksagungen auf Versammlungen. Ich glaube es kann sich niemand vorstellen, wie viele Stunden an Freizeit hier zur Verfügung gestellt wurden und werden. Als Dank erntet man so einen falsch dargestellten Artikel, über den die Kameradinnen und Kameraden frustriert und erschüttert sind. Was mich sehr gefreut hat, sind die unterstützenden Reaktionen aus der Öffentlichkeit und Feuerwehren über die Kreisgrenzen hinweg.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Heuer (HBM³) Gemeindewehrführer Fotos:

Titelbild: Screenshot Facebookseite der LN Online Herzogtum Lauenburg, weitere Fotos: FF Lauenburg und Faster Boats