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090/2017 TH K - Schiff entgleist

Einsatzbeschreibung: 

Zu einer technischen Hilfeleistung der besonderen Art wurde die Feuerwehr Lauenburg am Dienstagnachmittag gerufen. Die örtliche Schiffswerft, welche Spezialschiffe fertigt und wartet, hatte unerwartete Probleme. Die tonnenschweren Schiffe werden auf einer schrägen Ebene mit Schlitten über Schienen zu Wartungsarbeiten an Land gezogen. Hier kann an ihnen gearbeitet werden. "Ein Manöver, welches mehrmals im Monat reibungslos durchgeführt wird", erklärt Wehrführer Lars Heuer. Doch diesmal kam es zu unerwarteten Problemen.
Auf dem Rückweg eines Schiffes ins Wasser geschah das Unglück. Bei der Slipanlage, welche unter Wasser bis in die Fahrrinne des Elbe-Lübeck Kanals reicht, rutschte offenbar einer der Schlitten aus der Führung. - Stillstand, nichts ging mehr.
Mit schwerem Gerät wurde die Feuerwehr Lauenburg alarmiert, die sich von vorn herein auf die Verstärkung durch den Rüstwagen aus Schwarzenbek verlassen konnte. Mit den Winden des Lauenburger HLF und des RW aus Schwarzenbek sowie mit den Umlenkrollen und schweren Schiffstauen sollte der "Steckenbleiber" aus der misslichen Lage befreit werden. Doch die rund 20t Zugkraft beider Fahrzeuge reichten nicht aus. Verstärkung gab es durch einen Portalkran der Werft. Über Umlenkrollen wurde ein weiteres Tau gespannt. Zusätzlich kamen zwei Schlepper zum Einsatz. - Die schwere Bergung erforderte jedoch, dass der Kanal für die Dauer der Arbeiten voll gesperrt blieb. Mit vereinten Kräften gelang es schließlich, den Eisbrecher "Christian Nehls" ins Wasser zu ziehen. Die umfangreichen Arbeiten dauerten mehrere Stunden an. Schließlich konnte erfolgreich auf die Bergung zurückgeblickt werden. Menschen kamen nicht zu Schaden und auch für die Natur bestand keine Gefahr. Die Kräfte machten ihr Gerät wieder einsatzbereit und rückten ein.
Fotos: Timo Jann - Lauenburgische Landeszeitung